MODELLSCHULEN IM PORGRAMM FÖRMIG

Schulportraits
Im Rahmen der länderübergreifenden Arbeitsgruppe "Durchgängige Sprachbildung" haben sich sieben Schulen in besonderer Weise der Sprachbildung verschrieben. Sie haben sich das Ziel gesetzt, Durchgängige Sprachbildung in allen Fächern praktisch zu erproben und im schulischen Alltag zu etablieren. Die Porträts von Britta Hawighorst dokumentieren detailliert die Umsetzung von Sprachbildung an den Schulen. Sie berichten darüber, welche Maßnahmen die Schulen seit dem Schuljahr 2007/2008 ergriffen, und welche Erfahrungen sie dabei gewonnen haben. Geschildert wird, auf welche Weise die gemeinsame Zielvorstellung im Rahmen der spezifischen Ausgangsbedingungen und der pädagogischen Profile der Schulen umgesetzt wird.

Beteiligte Schulen sind: Gesamtschule Kirchdorf (Hamburg), Herbert Grillo-Gesamtschule (Duisburg), Gesamtschule Meiderich (Duisburg), Gesamtschule Rosenhöhe (Bielefeld), Eberhard-Klein-Schule (Berlin), Apollonia-von-Wiedebach-Schule (Leipzig) und Realschule Friedrichsgabe (Norderstedt). Der Anteil von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund beträgt an diesen Schulen von 25 bis 100 Prozent.

Grundlage für die Porträts sind Unterrichtshospitationen und Interviews, die mit den an Sprachbildung beteiligten Akteuren geführt wurden. Sie entstanden im Kontext einer prozessbegleitenden Evaluation, die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge finanziert wurde. Interviewt wurden Lehrkräfte und Mitglieder der Schulleitungen. Darüber hinaus wurden Gespräche mit Schülerinnen und Schülern und Eltern geführt, sowie mit Vertretern außerschulischer Partnerorganisationen, die an der Sprachbildung beteiligt sind. Die Auswertung des Datenmaterials folgte der Absicht, diejenigen Aspekte der Schul- und Unterrichtsentwicklung zu identifizieren, die sich in der Erfahrung der Schulen als relevant für die Umsetzung und Etablierung  von Sprachbildungsmaßnahmen erwiesen haben. 

Besonderer Dank gilt dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge für die finanzielle Förderung und allen Beteiligten aus den Schulen, die Einblicke in ihren Unterricht und in ihre innerschulischen Arbeitsprozesse ermöglicht haben!

Bausteine Durchgängiger Sprachbildung
Folgendes Modell gibt eine Übersicht über die Bausteine, die sich in den Fallschulen als relevant für die Umsetzung Durchgängiger Sprachbildung als Schulentwicklungsprozess erwiesen haben. Der Kern des Modells umfasst die schulischen Bereiche, die in der Schulentwicklungsforschung als zentrale Felder der Prozessentwicklung beschrieben werden: Unterricht, Personal, Schule. In diesem Spannungsfeld wird Durchgängige Sprachbildung realisiert - im individuellen Unterricht, aber auch in einer Teamorientierung der beteiligten Lehrkräfte, in externen Kooperationsbeziehungen und den weiteren aufgeführten Bausteinen.

Die Bausteine werden im Rahmen der Portraits, die Sie auf diesen Seiten lesen können, schulspezifisch und detailliert ausgeführt.

Durchgängige Sprachbildung: Qualitätsmerkmale für den Unterricht
Unterricht in sprachlich heterogenen Klassen gehört immer mehr zum Alltag von Lehrkräften. Noch nicht selbstverständlich sind erfolgreiche Handlungsstrategien im Umgang mit sprachlicher Heterogenität. "Welche Gegenstände sollen bei der Sprachbildung in den Blick genommen werden? Wie kann ich sprachliche Heterogenität in meiner Unterrichtsplanung berücksichtigen? Welches übergeordnete Ziel verbindet unterschiedliche Ansätze und Methoden?" - Fragen wie diese stellen sich für viele Lehrkräfte immer neu.

Die Qualitätsmerkmale Durchgängiger Sprachbildung können eine Hilfestellung bieten. Es handelt sich um eine Zusammenstellung von Merkmalen, Konkretisierungen, Beispielen und Hinweisen, wie Sprachbildung in allen Fächern umgesetzt werden kann. Beschrieben werden Eigenschaften und Besonderheiten eines bildungssprachförderlichen Unterrichts. Unter "Qualität" wird dabei verstanden: Allen Schülerinnen und Schülern einen Zugang zu Bildungssprache zu eröffnen und ihnen die Chance zu geben, sich die sprachlichen Anforderungen, die Schule mit sich bringt, so weit wie möglich anzueignen.

Die Qualitätsmerkmale Durchgängiger Sprachbildung sind der Ertrag einer Arbeitsgruppe des Modellprogramms FÖRMIG. Sie richten sich vor allem an Lehrkräfte der Sekundarstufe I. Im ersten Teil wird der Kontext vorgestellt, in dem diese Merkmale erarbeitet wurden. Im zweiten Teil werden der Aufbau der Merkmale skizziert und die einzelnen Merkmale erläutert. Abschließend werden Möglichkeiten zur Arbeit mit den Merkmalen vorgestellt.

Download: Gogolin, Ingrid/ Lange, Imke/ Hawighorst, Britta/ Bainski, Christiane/ Rutten, Sabine/ Saalmann, Wiebke in Zusammenarbeit mit der FÖRMIG-AG Durchgängige Sprachbildung (2010): Durchgängige Sprachbildung: Qualitätsmerkmale für den Unterricht. Hamburg

Druckversion
Newsletter >>>
Presseinformationen >>>
Eröffnung FÖRMIG-Kompetenzzentrum
17. Juni 2010