BERUFLICHE BILDUNG UND ÜBERGANG IN DEN BERUF

Eine entscheidende Schnittstelle für die weitere Laufbahn ist der Übergang in die berufliche Ausbildung - sei sie schulisch oder in einem Betrieb angesiedelt (duales System). Ein großer Teil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund scheitert an dieser Schwelle. Das gilt sowohl für solche Jugendliche, die ihre gesamte Schullaufbahn in Deutschland absolviert haben, als auch für Jugendliche, die erst kürzlich eingewandert sind und Deutsch als Zweitsprache in höherem Lebensalter neu erwerben müssen.

Als besonders erfolgversprechend haben sich Maßnahmen erwiesen, die an den Kompetenzen und Ressourcen der Jugendlichen ansetzen. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund können ihre Zweisprachigkeit und die in der Migrationssituation erworbenen interkulturellen Kompetenzen besonders erwünscht sein, z.B. wenn es um "kultursensible Pflege" oder kaufmännische Berufe mit Kundenkontakten in einer multikulturellen Umgebung geht. Die Maßnahmen im Themenschwerpunkt 3 bemühen sich um die Förderung solcher besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen als wertvolle Ergänzung zu den Kompetenzen, die in deutscher Sprachen gefördert werden müssen.

Ziel des Schwerpunkts ist die sprachliche Förderung der Jugendlichen an der Schnittstelle zwischen Schule und Berufsbildung. Hierzu gehören einerseits Berufsorientierung und Berufsvorbereitung mit einer spezifischen Beratung, die einen kompetenzorientierten Ansatz verfolgt. Der Vernetzungs- und Koordinierungsbedarf ist in diesem Feld erheblich, denn viele Institutionen - nicht zuletzt die Bundesagentur für Arbeit - sind hier mit Maßnahmen tätig, die aufeinander abzustimmen wären. Andererseits kann in der berufsschulischen und betrieblichen Ausbildung die fachsprachliche Förderung unter Bedingungen von Mehrsprachigkeit gezielter entwickelt und unterstützt werden.

Ausgewählte Links und Literatur zum Thema Berufliche Bildung und Übergang in den Beruf enthält die Rubrik Material.Wie eine Verbindung fachsprachlicher Förderung mit fachlichem Lernen ermöglicht werden kann, ist Inhalt der neuen Handreichung "Sprachtraining für Fachunterricht und Beruf": FÖRMIG Edition 2

Der Schwerpunkt berufliche Bildung umfasst:

Modul 7  Sprache in der beruflichen Qualifizierung unter Berücksichtigung der Berufssprache
Modul 8  Mehrsprachigkeit als Ressource bei der Berufseinmündung
Modul 9  Beratung und Förderung von neu zuwandernden Jugendlichen 

Ansprechpartnerinnen für die wissenschaftliche Begleitung beim Programmträger sind:

Prof. Dr. Ursula Neumann und Ute Michel (Geschäftsstelle)

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FÖRMIG Herbsttagung "Durchgängige Sprachbildung"
vom 20.-22.November 2008