DURCHGÄNGIGE SPRACHBILDUNG

Das Kernanliegen von FÖRMIG-Projekten in diesem Themenfeld ist der systematische Aufbau der besonderen schul- und bildungssprachlichen Fähigkeiten, die immer wichtiger werden, je weiter eine Bildungskarriere voranschreitet. Bei der Förderung dieser Fähigkeiten wird die Mehrsprachigkeit der Schülerinnen und Schüler als Bedingung des pädagogischen Handelns beachtet: Sie ist eine Ressource, eine reiche Quelle für den Ausbau differenzierten sprachlichen Vermögens, das für die Chance auf Bildungserfolg letztendlich ausschlaggebend ist.

Die an diesem Themenfeld beteiligten Projekte entwickeln und erproben Gesamtkonzepte für die sprachliche Bildung. Dabei geht es um Verständigungen darüber, welche Beiträge die verschiedenen Bereiche des Unterrichts - nicht nur der Deutschunterricht, der Fremdsprachenunterricht und der Unterricht der Familiensprachen Zugewanderter, sondern auch der übrige Fachunterricht - für die sprachliche Bildung leisten.

Darüber hinaus geht es um die Entwicklung von Formen der Zusammenarbeit verschiedener Partner an der sprachlichen Bildung. Es werden Modelle der Einbindung von Eltern, insbesondere von Müttern mit Migrationshintergrund in die Sprachbildung ihrer Kinder weiterentwickelt, aber auch Ansätze der Beteiligung anderer regionaler Partner erprobt - wie etwa einer Bibliothek, einer Kindertagesstätte, eines Theaters oder einer Tageszeitung, einer Migrantenvereinigung oder einer Gruppe von Lehramtsstudierenden; da sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt. Zwischen diesen Partnern werden Verträge geschlossen, die Auskunft darüber geben, welcher Beitrag zum gemeinsamen Sprachbildungskonzept von wem geleistet wird. Anregungen für die neuen Ideen zur "durchgängigen Sprachbildung", die in FÖRMIG-Projekten entstehen, können aus Modellen gewonnen werden, die sich in anderen Ländern - z.B. Schweden, England und den Niederlanden - schon bewährt haben.

Eine Darstellung zur "Durchgängigen Sprachbildung" im Kontext von FÖRMIG bietet die Handreichung: Was ist "Durchgängige Sprachförderung"?

Die Rubrik Material enhält ausgewählte Links und Literatur zum Themenfeld.

Das Themenfeld "Durchgängige Sprachbildung" wird in allen Länderprojekten bearbeitet und umfasst:

Modul B 1  Förderung der allgemeinsprachlichen Fähigkeiten
Modul B 2  Entwicklung literaler Kompetenzen
Modul B 3  Bildungssprache und Fachsprache in Schule und Berufsbildung
Modul B 4  Mehrsprachigkeit als Ressource im Bildungsprozess und bei der Berufseinmündung
Modul B 5  Entwicklung von lokalen und regionalen Sprachfördernetzwerken (unter Einbeziehung von Eltern)
Modul B 6  Kooperation und Vernetzung an bildungsbiographischen Schnittstellen

Ansprechpartnerinnen für die wissenschaftliche Begleitung beim Programmträger sind:
Prof. Dr. Ingrid Gogolin (Universität Hamburg), Prof. Dr. Hans H. Reich (Universität Koblenz-Landau)
Imke Lange (Geschäftsstelle Universität Hamburg, seit 2010 Mitarbeiterin Westfälische Wilhelms-Univeristät Münster)

DURCHGÄNGIGE SPRACHBILDUNG AM ÜBERGANG IN DEN BERUF

Eine entscheidende Schnittstelle für die weitere Laufbahn ist der Übergang in die berufliche Ausbildung - sei sie schulisch oder in einem Betrieb angesiedelt (duales System). Ein großer Teil der Jugendlichen mit Migrationshintergrund scheitert an dieser Schwelle. Das gilt sowohl für solche Jugendliche, die ihre gesamte Schullaufbahn in Deutschland absolviert haben, als auch für Jugendliche, die erst kürzlich eingewandert sind und Deutsch als Zweitsprache in höherem Lebensalter neu erwerben müssen.

Als besonders erfolgversprechend haben sich Maßnahmen erwiesen, die an den Kompetenzen und Ressourcen der Jugendlichen ansetzen. Bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund können ihre Zweisprachigkeit und die in der Migrationssituation erworbenen interkulturellen Kompetenzen besonders erwünscht sein, z.B. wenn es um "kultursensible Pflege" oder kaufmännische Berufe mit Kundenkontakten in einer multikulturellen Umgebung geht. Einige Basiseinheiten, die am Übergang in den Beruf arbeiten, bemühen sich um die Förderung solcher besonderen Fähigkeiten und Erfahrungen als wertvolle Ergänzung zu den Kompetenzen, die in deutscher Sprachen gefördert werden müssen.

Zur Durchgängigen sprachlichen Bildung an der Schnittstelle zwischen Schule und Berufsbildung gehören einerseits Berufsorientierung und Berufsvorbereitung mit einer spezifischen Beratung, die einen kompetenzorientierten Ansatz verfolgt. Der Vernetzungs- und Koordinierungsbedarf ist in diesem Feld erheblich, denn viele Institutionen - nicht zuletzt die Bundesagentur für Arbeit - sind hier mit Maßnahmen tätig, die aufeinander abzustimmen wären. Andererseits kann in der berufsschulischen und betrieblichen Ausbildung die fachsprachliche Bildung unter Bedingungen von Mehrsprachigkeit gezielter entwickelt und unterstützt werden.

Ausgewählte Links und Literatur zum Thema Berufliche Bildung und Übergang in den Beruf enthält die Rubrik Material.

Wie eine Verbindung fachsprachlicher Bildung mit fachlichem Lernen ermöglicht werden kann, ist Inhalt der Handreichung "Sprachtraining für Fachunterricht und Beruf": FÖRMIG Edition 2

Ansprechpartnerinnen für die wissenschaftliche Begleitung beim Programmträger sind:
Prof. Dr. Ursula Neumann und Ute Michel (Geschäftsstelle, mailto:Michel_Ute[at]erzwiss.uni-hamburg.de)

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