DURCHGÄNGIGE SPRACHBILDUNG: MODUL B 4
Mehrsprachigkeit als Ressource im Bildungsprozess und bei der Berufseinmündung

Die sprachlichen Kompetenzen von Migrantenkindern sind meist in zwei (oder mehr) Sprachen ausgebildet. Allerdings ist - je nach Sprachumgebung und den Sprachlernmöglichkeiten - der Entwicklungsstand in beiden Sprachen oft unterschiedlich. Um in der Sprachförderung tatsächlich am erreichten Stand anknüpfen zu können, ist eine Diagnose der Kenntnisse und Fähigkeiten in beiden Sprachen ratsam.

In einigen FÖRMIG-Basiseinheiten, die zu diesem Thema beitragen, wird versucht, die sprachlichen Bildungsvoraussetzungen in beiden Sprachen zu erfassen. Für die Sprachen Russisch und Türkisch sind Diagnoseinstrumente vom Programmträger entwickelt worden, die die mündlichen Fähigkeiten bei Schuleintritt bzw. schriftliche Fähigkeiten am Übergang von der Primar- in die Sekundarstufe und beim Übergang in den Beruf erheben. Gemeinsam mit den parallelen Instrumenten für die Erfassung des Deutschen können so Sprachprofile ermittelt werden, die beide Sprachen betreffen.

Nicht immer und nicht in allen Sprachen kann eine institutionelle Förderung (z.B. Unterricht in den Herkunftssprachen der Schülerinnen und Schüler) angeboten werden. Daher verfolgen einige FÖRMIG-Basiseinheiten den Ansatz, bei der Förderung mindestens Bezüge zu den Herkunftssprachen herzustellen. Dies gelingt etwa durch Zusammenarbeit mit Eltern, z.B. durch die Unterstützung von Müttern bei der Gestaltung einer sprachförderlichen häuslichen Umgebung. Andere Ansätze liegen in der Förderung von Sprachbewusstheit ("language awareness"). Diese wird auch durch die Koordination von Sprachangeboten in der Schule und von außerschulischen Trägern unterstützt. Am Übergang in den Beruf wird versucht, die Erfassung sprachlicher Kenntnisse und Kompetenzen in eingeführte Kompetenzfeststellungsverfahren und Berufswahlinstrumenten zu integrieren.

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Eröffnung FÖRMIG-Kompetenzzentrum
17. Juni 2010