SPRACHDIAGNOSTIK

Sprachstandsfeststellungen werden inzwischen in allen Bundesländern geplant oder bereits durchgeführt. Verschiedene Ziele werden verfolgt: Zum einen sollen Sprachstandsfeststellungen als großflächige Erhebungen Informationen für die Bildungsadministration erbringen, d.h. die Bedarfe feststellen und darüber eine Steuerung der Planung und des Einsatz von Fördermaßnahmen leisten. Das Hauptziel des Einsatzes der meisten Instrumente besteht zum anderen allerdings darin, eine Diagnose für das einzelne Kind zu erstellen, auf deren Grundlage individuelle Fördermaßnahmen geplant werden können.

Aus wissenschaftlicher Sicht ist bislang kein Verfahren so weit entwickelt, dass es den komplexen Anforderungen an eine Diagnostik der Sprache von Kindern gerecht würde.

Die Zweisprachigkeit von Kindern mit Migrationshintergrund wurde nur selten berücksichtigt. Inzwischen scheint sich allerdings die Einsicht durchzusetzen, dass die Erhebung allein des Deutschen keine hinreichende Grundlage für Förderentscheidungen bereitstellt; daher werden immer mehr Verfahren entwickelt bzw. bestehende ergänzt, die auch die Kompetenzen in der Familiensprache erheben oder zumindest eine allgemeine Einschätzung dieser zulassen.

Die verschiedenen in den Bundesländern eingesetzten Verfahren sind zur Zeit in der Diskussion und in der Erprobung. Für das Vorschulalter liegen insbesondere an der Schnittstelle zur Grundschule inzwischen eine Reihe von Instrumenten vor; für den Übergang in die weiterführende Schule und später in die berufliche Bildung steht die Entwicklung hingegen noch ganz am Anfang.

FÖRMIG wird hierzu einen Beitrag leisten und die verschiedenen Erfahrungen mit Sprachstandserhebungen bündeln und wissenschaftlich begleiten, um auf diese Weise den Prozess der Instrumententwicklung und ihrer Verbesserung zu unterstützen. Zentral ist in FÖRMIG die Anbindung von Sprachdiagnostik an die sich anschließende Förderung, d.h. einbezogen werden vorrangig solche Projekte, die auf die Verbesserung der Förderpraxis und die Entwicklung von Förderkonzepten ausgerichtet sind, die sich an den Sprachentwicklungsbedarfen von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund orientieren.

Das Themenfeld Diagnostik umfasst:

Modul A 1 Umgang mit Instrumenten der pädagogischen Sprachdiagnose
Modul A 2 Anschluss von Förerentscheidungen an Ergebnisse der Sprachdiagnose

Im Laufe des Programms wurden eine Reihe von Diagnoseinstrumenten vom Programmträger entwickelt, erprobt und evaluiert. 
Hier finden Sie eine ausführliche Darstellung der Diagnoseinstrumente, zudem ausgewählte Links und  Literatur zur Sprachdiagnostik.

Ansprechpartner für die wissenschaftliche Begleitung beim Programmträger sind:

Prof. Dr. Inci Dirim (Universität Hamburg, seit 2010 Universität Wien), Prof. Dr. Hans H. Reich (Universität Koblenz-Landau), Prof. Dr. Hans-Joachim Roth (Universität zu Köln), Jun. Prof. Dr. Drorit Lengyel (Universität zu Köln)


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