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Ausgangssituation 2005
Entwicklung eines Sprachfördernetzwerkes in einem mittelstädtischen Raum
Rheinland-Pfalz hat bereits seit 2002 Förderrichtlinien für die "Sprachförderung für Kinder im Kindergartenalter ohne hinreichende Deutschkenntnisse" und für die "Förderung der Weiterbildung von Migrantinnen und Migranten" erlassen und dafür zusätzliche Haushaltsmittel bereitgestellt. Außerdem sind die unterrichtlichen Maßnahmen in der Verwaltungsvorschrift "Unterricht von Schülerinnen und Schülern, deren Muttersprache oder Herkunftssprache nicht Deutsch ist" (2000) verankert.
Rheinland-Pfalz hat sich zunächst für den Elementarbereich für eine strukturierte Beobachtung und Begleitung der Kinder in ihrem Sprachverhalten und in ihrer Sprachentwicklung als Alternative zu Sprachtests entschieden. Diese Methode wird in ca. 148 Kindertagesstätten durchgeführt werden. Hierzu wird der vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München entwickelte strukturierte Beobachtungsbogen (SISMiK = Sprachverhalten und Interesse an Sprache bei Migrantenkindern in Kindertageseinrichtungen) eingesetzt.
Im schulischen Bereich reicht die Bandbreite derzeitiger Fördermaßnahmen von der Doppelzählung bei der Klassenbildung bis zu umfangreichen Sprachvorkursen und Eingliederungslehrgängen. Das Angebot des muttersprachlichen Unterrichts besteht von Klasse 1 bis 10. Eine Zurückstellung der Kinder vom Schulbesuch wegen mangelnder Deutschkenntnisse oder ein Zwang, vorschulische Förderkurse zu besuchen, ist in Rheinland-Pfalz nicht vorgesehen.
Ausbildungsvorbereitung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund auf eine qualifizierte Berufsausbildung in der Pflege (AMquiP)
Wie im Bundesgebiet insgesamt, so sind auch in Rheinland-Pfalz Jugendliche aus Migrantenfamilien in den einzelnen Stufen der Schul- und Berufsausbildung weiterhin unterrepräsentiert. So sank in Rheinland-Pfalz die Ausbildungsquote nichtdeutscher Jugendlicher in 2001 auf 36,2% gegenüber 39,4% im Jahre 1999. Gleichzeitig reduzierte sich ihr Anteil an allen Auszubildenden von 4,8% auf 4,6%. Er liegt damit weit unter ihrem Anteil an der gleichaltrigen Wohnbevölkerung (7,8%).
Das Ministerium für Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit hat eine Studie zur ?Fachkräftesituation und zum Fachkräftebedarf in der Pflege in Rheinland-Pfalz? in Auftrag gegeben: Einer steigenden Nachfrage nach Pflegekräften steht in den letzten Jahren eine sinkende Zahl an Abgängern der Alten- und Krankenpflegeschulen gegenüber. Das Thema interkulturelle Kompetenz als Qualitätsmerkmal gewinnt zunehmend an Bedeutung.
In den vollzeitschulischen Bildungsgängen der Pflegeberufe sind Jugendliche mit Migrationshintergrund immer noch deutlich unterrepräsentiert. Das liegt weniger am mangelnden Interesse oder fehlender Begabung für dieses Berufsfeld. Vielmehr lassen die oft ungenügende Deutschkenntnisse und die häufig nicht ausreichende schulische Qualifikation viele Bewerber bereits im Vorfeld scheitern.
Die Rubriken Projektbeschreibung, Ansprechpartner und Entwicklungen enthalten eine kurze Präsentation der Länderprojekte von Rheinland-Pfalz.
Weitere Informationen sind der laneseigenen Website FÖRMIG Rheinland-Pfalz zu entnehmen.