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"Im Freistaat Sachsen wurde mit Einführung einer neuen Lehrplangeneration ab 2004 die sprachliche Bildung als Aufgabe jedes Faches und jedes Fachlehrers festgeschrieben. Eine individuelle Sprachbildung und das Entwickeln eines für den Schulerfolg notwendigen Niveaus (der jeweiligen Klassenstufe) an bildungssprachlichen Fähigkeiten setzt unter anderem eine differenzierte Kenntnis der Sprachentwicklung von Schülern voraus. Genau hier ordnet sich das vorliegende Beobachtungsinstrument Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache ein.
Die Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache wurden auf Initiative des Sächsischen Staatsministeriums für Kultus im Rahmen der FÖRMIG Sachsen-Programmarbeit in Anlehnung an die Bildungsstandards der KMK und den sächsischen Lehrplan Deutsch als Zweitsprache entwickelt. FÖRMIG Schleswig-Holstein unterstützte als Kooperationspartner die Entwicklungsarbeit, die von Marion Döll (Universität Hamburg) und Prof. Hans H. Reich (Universität Landau) unter der Mitarbeit von Dr. Christine Mäkert (Sächsisches Bildungsinstitut), Sabine Rutten (Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen in Schleswig-Holstein), Wiebke Saalmann (Sächsisches Bildungsinstitut), Dr. Ellen Schulte-Bunert (Universität Flensburg) und Gabriele Weber (Sächsisches Staatsministerium für Kultus) geleistet wurde." (Aus dem Vorwort)
Der Freistaat Sachsen stellt mit der Veröffentlichung im Rahmen des Transferprogramms ein Instrument zur Beobachtung der Sprachentwicklung von Schülern zur Verfügung, mit dessen Einsatz die Entwicklung der Bildungssprache und die Gestaltung eines sprachsensiblen Fachunterrichts unterstützt wird.
Das Sächsische Bildungsinstitut bietet die "Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache. Zur Beobachtung von Kompetenz und Kompetenzzuwachs im Deutschen als Zweitsprache. Transferfassung 2009" auf der Website "Sachsen-macht-Schule" als Download an.
Empirische Prüfung
Im Rahmen der vom BMBF geförderten Forschungsinitiative Sprachdiagnostik und Sprachförderung (FiSS) erfolgt im Schuljahr 2009/10 unter der Leitung von Prof. Dr. Inci Dirim eine empirische Prüfung der Niveaubeschreibungen Deutsch als Zweitsprache in der Sekundarstufe I in Sachsen und Schleswig-Holstein.
Mehr zur Forschungsinitiative FiSS und zur Empirischen Prüfung.
Seit 2006 ist die Apollonia-von-Wiedebach-Schule eine der sieben Modellschulen der länderübergreifenden FÖRMIG-Arbeitsgruppe "Durchgängige Sprachbildung".
In der Umsetzung des Zielvorhabens, den Begriff "Kooperative Sprachbildung in allen Fächern" inhaltlich zu füllen, bildet für die Apollonia-von-Wiedebach-Schule das Konzept "Lesefreundliche Schule: Leseförderung - Lesetraining - Leseerziehung" (nach Gerd Kruse 2003) die theoretische Grundlage. Der Schwerpunkt liegt in der systematischen Entwicklung und Förderung von Lese- und Schreibkompetenz in allen Fächern, wobei dem Lesen eine Schlüsselfunktion zukommt und der Aufbau einer Kultur des Leseverstehens angestrebt wird. Die Entwicklung und Förderung der Lesekompetenz von Schülern mit und ohne Migrationshintergrund wurde als Beitrag zur Schulentwicklung in das Schulprogramm eingebettet.
Ein Beispiel aus der Entwicklungsarbeit stellt der abgebildete Leitfaden Sachtext /Vortrag dar (Großformat durch Klicken auf die Grafik):
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Diesen Leitfaden erhielten die Schüler der Klassen 5 und 6, später in den Klassenstufen 7 - 10, als Lesezeichen. Er wurde im Deutschunterricht und in Deutsch als Zweitsprache eingeführt und erprobt, um ihn dann in Abstimmung zwischen den Fachlehrern in verschiedenen Fächern einzusetzen.
Wichtiges Anliegen ist es dabei, eine noch stärkere Vernetzung zwischen den Lehrkräften zu realisieren, alle Kollegen in ihrem Fachunterricht für sprachliche Bildung zu sensibilisieren und diese im Rahmen der FÖRMIG - Programmarbeit im Unterrichtsalltag umzusetzen.
So zeigen Erfahrungen der beteiligten Fachlehrer, dass der Einsatz des Leitfadens Sachtext/Vortrag Möglichkeiten kooperativer Sprachbildung für Schüler mit und ohne Migrationshintergrund gleichermaßen bietet.